Fort- und Weiterbildung in psychoanalytischer Paartherapie

Warum Paartherapie?
Die Nachfrage nach Paartherapie ist im letzten Jahrzehnt deutlich gestiegen, was nicht nur mit den verbreiteten Problemen in der Partnerschaft zu tun hat, sondern auch damit, dass es zunehmend sozial akzeptiert wird, professionelle Paarhilfe in Anspruch zu nehmen. Mittlerweile wurde außerdem die Doppelstunde mit Partner als Regelleistung in die gesetzliche Krankenversorgung aufgenommen (Psychotherapierichtlinien).

Was und wie wird vermittelt?

In unserem Curriculum werden psychoanalytische Erkenntnisse für die Paartherapie und -beratung nutzbar gemacht. Das Verstehen der Paardynamik, der therapeutische und beraterische Umgang mit diesen Prozessen und das Einsetzen der eigenen inneren Vorgänge als zentrales therapeutisches Instrument werden vermittelt. Um dieses Instrument präziser „zu stimmen“ werden die Kurse kontinuierlich in Kleingruppen begleitet.

Die Vermittlung der Theorie in ihrer Verschränkung mit den eigenen Erfahrungen ist für uns die didaktische Methode der Wahl. Sie ermöglicht uns, kognitiv und emotional stimmig, authentisch und gleichzeitig reflektierend wie deutend Paare in ihrer Krise zu begleiten. Die Fallvorstellung dient der Illustration der Verstehensmöglichkeiten und der Methoden des Umgangs mit schwierigen Situationen. Das Ziel des Curriculums zur Paartherapie ist eine umfassende Kompetenz für ein professionelles Handeln in der Arbeit mit Paaren.

Welche Theoriegrundlage hat die Weiterbildung?

Die Überlegungen von Henry Dicks zum unbewussten Zusammenspiel von Paaren, die Jürg Willi im deutschen Sprachraum bekannt gemacht und angewendet hat (Kollusion), bilden die theoretischen Grundlagen. Übertragung und Gegenübertragung, wie sie in den objektbeziehungspsychologischen Ansätzen von W.R.D. Fairbairn, M. Balint, D.W. Winnicott sowie D. und J. Scharff begriffen und verwendet werden, sind für die Paartherapie als Erkenntnisinstrumente zentral. Das Verstehen und der Umgang mit der Paarabwehr, wie sie sich in speziellen, gemeinsamen Abwehrmechanismen zeigt, wurden in Deutschland von H.-E. Richter, T. Bauriedl, M.L. Moeller und anderen differenziert erarbeitet und bilden eine weitere Grundlage der Arbeit mit Paaren. Die Förderung der gegenseitigen Einfühlung sind wichtige Elemente der Paartherapie, die zu einer bewussten Beziehung führen soll.

Gibt es nur eine Methode, die vermittelt wird?

Neben der psychoanalytischen Paartherapie als Grundlage werden auch Selbsthilfemöglichkeiten für Paare vermittelt („Zwiegespräche“) sowie Prinzipien der Paargruppe als hochwirksame Methode der Paarentwicklung und -therapie vorgestellt.

 

Termine bis 2020 entnehmen Sie bitte der Webseite: www.paarinstitut.de

 

 

Dauer der Weiterbildung: 3 Jahre

 

Anzahl der Veranstaltungen

Pro Jahr zwei Wochenenden (Fr. - So.) und ein verlängertes Wochenende (Do. - So.)

 

Umfang 

Theorie 84 UE, Supervision 60 UE, Selbsterfahrung 60 UE.

Der Besuch eines Seminars wird von der Landesärztekammer Hessen mit mindestens 20 Punkten zertifiziert.

Angesprochen sind Ärzte, Psychologen und Professionelle aus anderen psychosozialen Berufen.


Voraussetzung
Zwei Jahre Berufspraxis und die Möglichkeit, während der Weiterbildung mit Paaren therapeutisch bzw. beratend zu arbeiten.

 

Weitere Informationen

 

Institut für Paartherapie (IfP) e.V.

Am Wendelsgarten 12

60437 Frankfurt am Main

Telefon 069 - 950 590 19

eMail info@paarinstitut.de

www.paarinstitut.de

Informationen zu den Weiterbildungsveranstaltungen des IfP e.V.
für Berater und Therapeuten
»Fort- und Weiterbildung in psychoanalytischer Paartherapie«

Themenschwerpunkte

  

  • Theorien der psychoanalytischen Paartherapie
  • Theorien der Paarbeziehung
  • Diagnostik der Paarbeziehung
  • Erstgespräch (Assessment)
  • Indikationsstellung
  • Formen und Methoden der Paartherapie
  • Behandlungstechniken
  • Setting (Dauer, Frequenz, Arbeitsbündnis, Terminierung)
  • Verschiedene Phasen in Paartherapien
  • Die paartherapeutische Haltung
  • Die Paarbeziehung als Gruppe
  • Entwicklungsphasen und Übergänge in Paarbeziehungen und deren Bedeutung
  • Entwicklung der Mann-Frau-Beziehung und Sexualität
  • Paarselbsthilfe: Das Zwiegespräch
  • Nonverbale Dimensionen im Paar
  • Kulturhistorische Dimensionen der Liebesbeziehung
  • Evolutionäre Dimensionen der Paarbeziehung

Spezielle Themen


  • Probleme nach Affären
  • Erweiterung des Paares um ein Kind
  • Probleme binationaler Partnerschaften
  • Paare mit unerfülltem Kinderwunsch
  • Probleme mit der Eifersucht
  • Gleichgeschlechtliche Partnerschaften
  • Paare im Alter
  • Paare in der Trennung
  • Paartherapie – Psychotherapierichtlinien